Klimaschutz wird zur Firmenkultur

MoorFutures sind die einzigen CO2-Zertifikate made in Schleswig-Holstein.
Immer mehr Unternehmen entdecken diese Möglichkeit der CO2-Kompensation vor der Haustür und integrieren die MoorFutures-Zertifikate in ihre Klimastrategie. Die Nachfrage steigt. So stark, dass die Planungen zur Renaturierung weiterer Moor-Flächen bereits läuft.

Die Felderer AG ist spezialisiert auf die schnelle Verfügbarkeit von Komponenten der Lüftungstechnik. Die garantierten kurzen Lieferzeiten sind mit einem ausgeklügelten Logistiksystem und damit vielen Fahrten verbunden. Das von ökologischen und sozialen Werten geprägte Unternehmen hat viele Anstrengungen unternommen, um seine CO2 Emissionen zu verringern und sich entschieden, die restlichen nicht vermeidbaren Treibhausgasemissionen im Bereich Logistik zu kompensieren. Dafür hat sich Felderer von der Klimaschutzberatung myclimate den CO2-Ausstoß
berechnen lassen und kompensiert diesen vollständig über Zertifikate. Einen Teil des Zertifikate-Portfolios nehmen die MoorFutures aus Schleswig-Holstein ein. Dabei setzt die Felderer AG bewusst auf ein heimisches Klimaschutzprojekt.

„Um ehrlich zu sein, hatte keiner von uns auch nur eine vage Vorstellung davon, wo ein Zusammenhang zwischen Mooren und CO2-Emssionen besteht. Bei näherer Betrachtung waren wir dann von der Idee der MoorFutures total begeistert. Klimaschutz vor unserer Haustüre, ein komplexes, spannendes Projekt, das Klima und Artenschutz verbindet und ein hohes Maß an Überprüfbarkeit und Seriosität. Genau das passt zu unserem Unternehmen.“ begründet der CEO Klaus-Philipp Felderer die Entscheidung.

Sätze, die Karen Marggraf von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in letzter Zeit öfter hört. Sie berät Unternehmen, die sich für MoorFutures interessieren und wickelt den Kauf der Zertifikate ab. Dabei stellt sie fest, dass Klimaschutz und dabei vor allem das Thema CO2 bei Unternehmen an Bedeutung gewinnt. An erster Stelle steht die Vermeidung von Emissionen, was oft auch direkte betriebswirtschaftliche Einsparungen zum Beispiel bei den Treibstoffkosten bedeutet. Für die verbleibenden Mengen suchen die Unternehmen Ausgleichsmöglichkeiten. Während früher meist in Klimaschutzprojekte in Afrika oder Südamerika investiert wurde, ist heute die räumliche Nähe oft ein Faktor. Dazu Karen Marggraf: „Klimaschutzmaßnahmen in direkter Reichweite sind transparent und nachprüfbar, viele Kunden wollen das unterstützte Projekt auch gerne selbst erleben. Wir führen regelmäßig Gruppen von Mitarbeitenden unserer gewerblichen MoorFutures-Käufer*innen durch das Königsmoor. Dort sehen sie dann, dass die Torfmoose wieder wachsen und wie viele Arten wieder das renaturierte Moor als Lebensraum nutzen. Quakt dann auch noch der Moorfrosch und fliegt der Kranich vorbei, sind alle überzeugt, in das richtige Projekt investiert zu haben.“

Zum Hintergrund: Ein Zertifikat steht für eine Tonne CO2, die nicht mehr in die Atmosphäre abgegeben wird. Dafür hat die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein vor fünf Jahren 68 Hektar degenerierte Böden im Königsmoor bei Rendsburg renaturiert. Die über Gräben und Drainagen stark entwässerten Moorböden wurden wieder vernässt und damit vom CO2-Emittenten zu Speichern. Werden Moorböden trocken gelegt, um sie beispielsweise landwirtschaftlich zu nutzen, verbindet sich der gespeicherte Kohlenstoff mit dem Sauerstoff der Luft und wird als CO2 in die Atmosphäre abgegeben. Was kaum jemand weiß: In Deutschland sind entwässerte Moorböden für fast 7 % der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Stehen die Moorböden wieder im Wasser, werden die Emissionen gestoppt und langfristig sogar zusätzlicher Kohlenstoff gespeichert. Die Menge der im Königmoor gebundenen CO2 wurde berechnet und zertifiziert. Über den Kauf eines Zertifikats beteiligen sich Unternehmen und Privatpersonen an der Refinanzierung der Klimaschutzmaßnahme und verbessern damit ihre eigene CO2-Bilanz. Die renaturierten Moore sind zudem ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche seltene Arten wie den Sonnentau, den Moorfrosch und viele Vögel.

Die Aufmerksamkeit steigt, das Wissen um diese Möglichkeit die Klimabilanz des Unternehmens zu verbessern und zugleich die Biodiversität im eigenen Land zu fördern, erreicht derzeit viele Unternehmen – und sie nutzen sie. Alleine im ersten Halbjahr 2021 wurden 10.800 Zertifikate gekauft, 89 % davon von Unternehmen. Karen Marggraf schätzt, dass die insgesamt 39.520 CO2-Zertifikate der ersten renaturierten MoorFutures-Fläche bis Ende 2022 verkauft sein werden. Die Vernässung weiterer trockengelegter Flächen im Königsmmoor und Zertifizierung nach dem MoorFutures Standard ist bereits auf den Weg gebracht.

Sicher ein guter Grund der Mitarbeitenden, sich mit dem eigenen Unternehmen zu identifizieren. Das bestätigt auch Klaus-Philipp Felderer: „Die Beschäftigung mit Nachhaltigkeit hat unseren sportlichen Ehrgeiz geweckt. Aus allen Ecken unseres Unternehmens kamen plötzlich Hinweise, womit wir uns noch beschäftigen könnten und welche Projekte eigentlich schnell und gut umsetzbar sind.“

 

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